Kinderschutz: Gefahren im Internet

In der heutigen High-Tech Ära nutzen bereits Schulkinder selbstverständlich das Internet:
kommunizieren mit Freunden, spielen Online oder suchen nach Informationen.

Leider existiert im Internet im Vergleich zu anderen Medien praktisch gar kein Kinderschutz.

Die für Kinder ungeeigneten Inhalte sind oft nur wenige Klicks von den guten Inhalten entfernt.
Und die Folgen sollten nicht unterschätzt werden...

Seelische Gefährdung des Kindeswohls

Erotik, Sex und Pornodarstellungen

Im Internet sind Erotik, Sex und Pornodarstellungen sehr weit verbreitet und barrierefrei zugänglich. Egal ob durch Spam, Bannerwerbung, Popups oder Forced Clicks, bekommt man oft unabsichtlich und zufällig Hardcore Bilder und Videos zu sehen, was man den Kindern auf keinen Fall antun sollte.

Sexuelle Aufklärung ist natürlich wichtig, muss jedoch mit der nötigen Seriosität, zum richtigen Zeitpunkt (und Alter), unter passenden Bedingungen und von vertrauenswürdigen Personen durchgeführt werden.

Gewaltdarstellungen

Besonders in den letzten fünf Jahren sind im Internet viele Gewaltdarstellungen verbreitet worden.
Sei es Vergewaltigungsszenen, Prügeleien oder Messeratacken, die von Jugendlichen betrieben, aufgenommen und als "Heldentaten" im Internet veröffentlicht worden.
Oder Aufnahmen von Soldaten aus Irak oder Afghanistan, die das Töten der zivilen Bevölkerung aufgenommen und dabei zynisch kommentiert haben.

Solche Aufnahmen verändern das Weltbild der Jugendlichen negativ, und lassen Hemmschwelle vor Gewaltakten sinken oder stiften manchmal sogar dazu an.

Extremisten und Fanatiker

Auch extremistische Bewegungen, wie Neonazisten, politische und religiöse Fundamentalisten und Sekten aller Art nutzen das Internet aktiv, um Hetze, Rassismus und anderen Schmutz zu verbreiten.

Sie versuchen sich als Kinderversteher auszugeben, um Kindesvertrauen zu gewinnen, sie zu ködern und durch das Vermitteln von falschen Idealen und Aufbau von Feindbildern dem Einfluss der Eltern zu entziehen. Bereits nach einer kurzen Zeit unter Einfluss von solchen Organisationen verändert sich die Weltanschauung des Kindes sehr stark und die Eltern stehen dann bereits auf verlorenen Posten.

Seelische und mögliche körperliche Gefährdung

Mißbrauch durch Fremde

Besonders gefährlich sind die Kontaktmöglichkeiten, die durch Internet ermöglicht werden.
In Chaträumen, Messenger und sozialen Netzwerken tummeln sich viele Pädophile oder Perverslinge.
Sie können ihre Opfer ganz gezielt nach Geschlecht, Alter und Wohnort aussuchen, geben sich als Jugendliche aus und setzen alles darauf Kinder zu einem Treffen zu überreden oder belästigen sie immer wieder.
Viele Opfer von sexual Delikten berichten, dass sie mit ihren Peinigern vorher im Internet kommuniziert haben.

Mobbing-Attacken im Internet (Cyber Mobbing)

Schon immer gehörten kleine Hänseleien zum Schulalltag. Unter Mobbing versteht man jedoch, wenn einzelne Kinder ausgegrenzt und schikaniert werden. Und im Internet Zeitalter ist auch Mobbing global geworden.

Mitschüler, Lehrer oder Aussteiger aus bestimmten Gruppen werden bloß gestellt, erniedrigt oder auch geschlagen und dabei aufgenommen. Die manipulierten oder unveränderten Videos oder Fotos werden im Internet veröffentlicht. Außerdem werden Name, Telefonnummer, Adresse und E-Mail im Internet veröffentlicht und mit Aufrufen: "Macht ihn/sie fertig!", werden auch andere Mobber im Internet dazu angestiftet, der Zielperson das Leben zur Hölle zu machen.

Die Opfer halten es oft geheim, obwohl sie dringend die Unterstützung der Eltern benötigen. Erst durch die Überwachung der Online Aktivitäten der Kinder kann man oft erfahren, ob sie gemobbt werden.

Vernachlässigen des realen Lebens

Sucht

Das Internet ist allgegenwärtig geworden. Immer mehr Menschen verbringen immer mehr Zeit im Internet. Und immer mehr sind süchtig danach. Sie vernachlässigen das reale Leben, verwahrlosen und verlieren die realen sozialen Beziehungen, was sie noch mehr ins Internet treibt.

Kinder sind besonders stark für die Computersucht anfällig. Ob durch Computerspiele, soziale Netzwerke, Chaträume oder Second Life, sie verlieren ihre realen Freunde, vernachlässigen ihre Schulpflichten und oft gehen gar nicht mehr in die Schule.

Und egal ob durch Zeitmangel, Stress bei der Arbeit oder fehlende Computerkenntnisse verursacht, bekommen die Eltern meistens nichts davon mit.

Finanzielle Gefährdung der Eltern

Abofallen und Internetabzocker

Besonders in Deutschland ist dieses Thema relevant, denn das deutsche Internet ist zu einer Brutstätte für natürliche und juristische Personen geworden, die nur auf eines scharf sind: die geltende Rechtslage zu missbrauchen, um bei anderen abkassieren zu können.

Meistens wird es versucht einen Vertrag mit großen Mindestlaufzeiten anzudrehen.
Dabei wird dafür keine Gegenleistung geboten, denn entweder wird einfach nur Luft verkauft oder Informationen/Software, die auch so kostenlos verfügbar sind. Nachdem solche Firmen den Namen und die Adresse haben, wird das Geld entweder direkt abgebucht oder es wird mit Rechnungen. Mahnungen und Inkassoschreiben eine Drohkulisse aufgebaut bis die meisten der Betroffenen aufgeben und zahlen.

Abmahnungen wegen Rechtsverletzungen

Fälschlicherweise kursiert bei vielen die Meinung, dass Internet eine rechtsfreie Zone ist und alles im Internet kostenlos zu bekommen sei.

Es stimmt zwar, dass viele Inhalte einfach und kostenlos beschafft werden können, dabei werden jedoch oft unbewusst Rechte Dritter verletzt.
Solche Urheberrechtsverletzungen und besonders das Thema Filesharing (Dateitauschbörsen, P2P Netzwerke) sind seit vielen Jahren ein Dorn im Auge der Contentindustrie (Musik, Filme, Software uvm). Denn die Studien aus letzten Jahren zeigen, dass das Internet weltweit vom Filesharing dominiert wird.

Filesharing an sich ist ja nicht verboten, wenn aber dabei Dateien getauscht werden, zur Verbreitung von deren dem Nutzer selbst die Rechte fehlen, kommt es zu einer Rechtsverletzung. Denn auch beim Kauf von Musik-CDs oder Film-DVDs wird nur ein Nutzungsrecht (Lizenz) erworben, das jedoch die Verbreitung der Inhalte untersagt.
Es gibt zwar das Recht auf private Kopie, das erlischt aber mit der Verbreitung der Inhalte an andere.
So werden seit ein Paar Jahren von der Contentindustrie speziell darauf spezialisierte Fahnder und Anwaltskanzleien beauftragt, im Internet nach Rechtverletzungen zu suchen und die Internetnutzer kostenpflichtig abzumahnen.
Auch Eltern, deren Kinder beim Filesharing erwischt wurden, kommen nicht so einfach aus der Kostenfalle raus und müssen unter anderem auch wegen der Verletzung der Aufsichtspflicht für den finanziellen Schaden gerade stehen.

Außerdem können auch Abmahnungen wegen Persönlichkeitsrechtsverletzungen (Beleidigungen, unrichtige Angaben usw.) in Foren, Blogs oder Chats sehr schnell und kostenspielig ins Haus der Eltern flattern.

Im nächsten Kapitel geht es darum,
Was können die Eltern tun, um die oben beschriebenen Gefahren zu erkennen bzw. zu verhindern.